Chancen und Risiken im Fokus

Immobilien-Holdings in Form einer GmbH sind im Unternehmensbereich nicht nur Wertschöpfer, sondern auch steuerlich interessant. Ein Instrument, das in diesem Kontext oft genutzt wird, ist die erweiterte Gewerbesteuerkürzung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG. In diesem Beitrag betrachten wir die Vorteile der erweiterten Gewerbesteuerkürzung für Immobilien-GmbHs, beleuchten aber auch die Nachteile und potenziellen Risiken und stellen die Familienstiftung als alternative, durchdachte Lösung vor.

Die erweiterte Gewerbesteuerkürzung im Überblick:

Die erweiterte Gewerbesteuerkürzung ist eine attraktive Regelung für Unternehmen, deren Umsatz nahezu ausschließlich aus dem Erwerb und der Verwaltung von Immobilien besteht. Sie ermöglicht eine Reduzierung der Steuerlast, insbesondere für GmbHs und größere, gewerblich geprägte KGs. In § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG verankert, verzichtet diese Regelung unter bestimmten Umständen vollständig auf Gewerbesteuer für Immobiliengewinne. Eine GmbH ist jedoch per Gesetz immer gewerblich, was normalerweise zu einer Besteuerung von Mieteinnahmen und Immobilienverkäufen mit rund 30 % führt. Durch die erweiterte Gewerbesteuerkürzung kann der Steuersatz auf rund 15 % reduziert werden, was zu erheblicher steuerlicher Entlastung führt.

Die Gefahren der Immobilien-GmbH:

Trotz der scheinbar klaren Vorteile gibt es potenzielle Risiken bei der Nutzung der erweiterten Gewerbesteuerkürzung. Eine Immobilien-GmbH darf maximal 10 % ihres Umsatzes aus gewerblichen Einkünften erzielen, sonst verliert sie die erweiterte Kürzung. Auch beim Verkauf einer Immobilie fallen immer mindestens 15 % Steuern an. Falls die erweiterte Kürzung nicht greift – sei es durch Überschreiten der 10 %-Grenze für gewerbliche Umsätze oder im Jahr des Verkaufs der letzten Immobilien – sind es sogar 30 %. Diese steuerlichen Hürden machen deutlich, dass eine Immobilien-GmbH durchaus steuerliche Risiken birgt.

Die Familienstiftung als überlegene Alternative:

Als Lösung ohne die genannten Risiken kommt die Familienstiftung ins Spiel. Hier liegt die maximale Steuerlast ebenfalls bei 15 %, und bei einem Verkauf nach Ablauf der Spekulationsfrist von 10 Jahren entfällt jegliche Steuer. Dies macht die Familienstiftung zu einer durchdachten Alternative, die nicht nur steuerliche Vorteile bietet, sondern auch die Nachteile der Immobilien-GmbH vermeidet.

Fazit:

Die erweiterte Gewerbesteuerkürzung für Immobilien-Holdings in Form einer GmbH ist zweifellos vorteilhaft, erfordert jedoch eine sorgfältige Planung und Berücksichtigung der Risiken. Die Familienstiftung präsentiert sich als steuerlich attraktive und risikoärmere Alternative, die Unternehmen langfristige Sicherheit und finanzielle Flexibilität bietet.