In der heutigen Unternehmenswelt suchen immer mehr Familienunternehmen nach optimalen Gestaltungsmöglichkeiten, um ihre langfristige Existenz und den Übergang über Generationen hinweg sicherzustellen. Während wir uns in den letzten Wochen auf Strukturen konzentriert haben, bei denen eine einzelne Stiftung als Holding für Unternehmensanteile dient, werfen wir heute einen Blick auf zwei besonders interessante Gestaltungsprinzipien: Die Doppelstiftung und die Doppelstiftung & Co. KG. 

Die Doppelstiftung: Die Vereinigung von Familienstiftung und Gemeinnütziger Stiftung 

Die Doppelstiftung, ein Begriff, der normalerweise zwei rechtsfähige Stiftungen beschreibt, eröffnet eine Möglichkeit, die Vorteile von Familienstiftungen und gemeinnützigen Stiftungen zu vereinen. Die zentrale Idee dabei ist, Unternehmen über Generationen hinweg abzusichern. Eine Familienstiftung allein könnte diesen Schutz nur solange gewährleisten, wie begünstigte Familienmitglieder vorhanden sind. Nach dem letzten Mitglied des Begünstigtenkreises könnte der Förderzweck nicht mehr erfüllt werden und die Struktur wäre gefährdet. 

Durch die Kombination einer Familienstiftung mit einer gemeinnützigen Stiftung können Sie bereits zu Lebzeiten die Auflösung der Familienstiftung und die Übertragung des Vermögens auf die gemeinnützige Stiftung festlegen. Dies bietet eine strategische Flexibilität, um die Struktur aktiv zu gestalten und anzupassen. 

Ein zusätzlicher Vorteil einer Doppelstiftung besteht darin, dass Vermögensübertragungen steuerfrei möglich sind. Die Erbschaftsteuerreform von 2016 ermöglicht die unentgeltliche Übertragung von Gesellschaftsanteilen an eine Familienstiftung bis zu einem bestimmten Unternehmenswert. Bei einer Aufteilung auf beide Stiftungen kann diese Grenze in der Familienstiftung genutzt werden, während die Übertragung auf die gemeinnützige Stiftung ohne Wertobergrenze steuerfrei möglich ist. 

Die Doppelstiftung & Co. KG: Klar getrennte Systeme 

Für Stifter, die eine klare Trennung zwischen „Familie“ und „Unternehmen“ wünschen, kann die Gründung einer Doppelstiftung & Co. KG eine interessante Option sein. Hierbei handelt es sich um eine Struktur, bei der eine Familienstiftung und eine gemeinnützige Stiftung an der Spitze einer Unternehmensgruppe stehen. Die Familienstiftung übernimmt die Rolle der Komplementärin, während die gemeinnützige Stiftung die alleinige Kommanditistin ist. Diese Struktur kann dazu beitragen, die operativen Risiken der Unternehmensebene von der Stiftungsebene zu trennen. 

Die Doppelstiftung & Co. KG ist zwar nicht so verbreitet, aber bietet dennoch interessante Möglichkeiten. Eine klare Trennung der operativen Risiken der Unternehmensebene von der Stiftungsebene ist hierbei ein Schlüsselfaktor. In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, die Komplementärstellung von einer GmbH übernehmen zu lassen, deren Anteile wiederum von einer Stiftung gehalten werden. 

Die Flexibilität der Gestaltung 

Ein weiterer großer Vorteil beider Modelle ist die Flexibilität in der Gestaltung. Sie können die Organstruktur und -besetzung der Stiftungen aktiv über die Jahre hinweg anpassen und nach Ihren Vorstellungen gestalten. Eine solche Anpassung ist bei einer Aktiengesellschaft nicht in gleichem Maße möglich. 

Steuerliche Vorteile 

Die steuerlichen Vorteile sind nicht zu unterschätzen. Eine gemeinnützige Stiftung unterliegt beispielsweise nicht der laufenden Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer, wodurch die Erträge in vollem Umfang für die Verwirklichung des gemeinnützigen Zwecks zur Verfügung stehen. 

Fazit: Die optimale Unternehmensstruktur für den Generationenübergang 

Die Nutzung von Doppelstiftungen und Doppelstiftung & Co. KG kann insbesondere für inhabergeführte mittelständische Familienunternehmen eine sehr interessante Option sein. Sie bieten die Möglichkeit, Unternehmensinteressen und familiäre Werte zu vereinen, steuerliche Vorteile zu nutzen und eine klare Trennung zwischen Unternehmensführung und Vermögensverwaltung zu schaffen. Es ist jedoch wichtig, die rechtlichen Rahmenbedingungen und individuellen Gegebenheiten sorgfältig zu prüfen und fachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen, um die bestmögliche Unternehmensstruktur zu finden, die den eigenen Zielen und der langfristigen Sicherheit des Unternehmens gerecht wird 

 

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